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Oskar KokoschkaOskar Kokoschka

Porträt Leo Kestenberg, 1926/1927Porträt Leo Kestenberg, 1926/1927

Öl auf Leinwand,
127 x 102 cm

© Fondation Oskar Kokoschka/ VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Im Winter 1926/27 bat Kokoschka Kestenberg, ihm für ein Porträt Modell zu sitzen.

Leo Kestenberg erinnerte sich:
"Ich war beglückt und begeistert, und er ging sogleich ans Werk. Er bestellte mich regelmäßig erst am späten Abend zu den Sitzungen, ..., da ich ja tagsüber durch meine Arbeit im Ministerium gebunden war. Er fing mit einem gewissen spielerischen Zögern zu malen an, und ich konnte wahrnehmen, dass dadurch fünf oder sechs Bilder entstanden, die er immer wieder übermalte. Er nannte mich bei diesen Sitzungen, die stets bis tief in die Nacht dauerten, scherzweise einen Landpfleger. Aber eines Nachts kam plötzlich eine ungeheure schöpferische Kraft über ihn, die ihn wie ein göttliches Gebot überfiel. Von da an war er so im Zuge, dass er das Bild durch rhythmische Pinselstriche herausstampfte. Es ist ein überlebensgroßes Porträt. Kokoschkas Lieblingsidee, ganze Geschichten auf seinen Porträts zu erzählen, ist auch auf meinem Bilde glücklichst erreicht."

Auch in seinem Beitrag "Was mir Kokoschka bedeutet" für das 1963 von Josef Paul Hodin herausgegebene Buch "Bekenntnis zu Kokoschka" hat sich Kestenberg noch einmal ausführlich über sein Porträt geäußert. Darin heißt es:
"Kokoschka hat mir in diesem Bilde jeden Tag das neu geschenkt, was mein Leben im wesentlichen ausmacht: meine Frau, die in diesem Bilde am Flügel erscheint, und die Musikerziehung, die durch die Andeutung des Theaters mit seinen Rängen, der Volksbühne, und durch die sphinxartige Erscheinung eines Arbeiten festgehalten wird. Ich muss vor allem erwähnen, dass die herrische Geste, die er mir auf dem Bilde durch die geballten Fäuste zumutet, der Ironie entspringt, die Kokoschkas ganze Persönlichkeit durchzieht."