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Rebecca HornRebecca Horn

Die Malmaschine / Arie in Schwarz, 1991Die Malmaschine / Arie in Schwarz, 1991

Zwei Glastrichter, schwarze Tinte, Champagner, Metallkonstruktion, Motor

© VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Mit »Die Malmaschine / Arie in Schwarz« kommt ein außerordentlich charakteristisches Werk der seit 30 Jahren in Berlin lebenden Künstlerin Rebecca Horn in die Sammlung der Nationalgalerie. 1991 entstanden, gehört es zu den »begehrenden Maschinen«, deren Thema das immer wieder neu sich konstituierende, aber letztlich unerfüllte sexuelle Verlangen ist. Die Liebenden treten hier als eine durch die Glastrichter und den Metallhebel als weiblich und männlich konnotierte Figur auf. Die lebendige Körperlichkeit der frühen Werke ist zu einer zerebralen Konstruktion umgewandelt, die durch einen Motor in Bewegung gehalten wird. Das mechanisch bewegte Glied, das ebenso wie die Glastrichter an medizinische Prothesen resp. Laborutensilien des 19. Jahrhunderts erinnert, malt mit den beiden Flüssigkeiten abstrakte Figurationen an die Wand, Psychogramme allzeit präsenter Libido. Verbindet sich das verblassende Rot in unserer Vorstellung mit Körpersäften wie Blut, so verweist die schwarze Tinte neben ihrer alchemistischen Bedeutung als dunkler Gallensaft der Melancholiker ganz eindeutig auf die Funktion des Künstlers. So ist also »Die Malmaschine / Arie in Schwarz« nicht allein ein zu einer Figur verschmolzenes Liebespaar sondern vor allem auch das Porträt eines Künstlers.