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Eduard GaertnerEduard Gaertner

Ansicht der Rückfront der Häuser an der Schloßfreiheit, 1855Ansicht der Rückfront der Häuser an der Schloßfreiheit, 1855

Öl auf Leinwand,
57 x 96 cm

Im Jahre 1678 verlangte der Magistrat des Berliner Stadtteils Friedrichswerder vergeblich die Gerichtsbarkeit über die prächtigen Bürgerhäuser westlich des Schlosses. Seither trug diese an der Spree liegende Straße den Namen "Schloßfreiheit". In der wilhelminischen Ära musste sie den Repräsentationsansprüchen des Kaiserhauses weichen. Wilhelm II. ließ die Häuserzeile am Spreeufer zwischen 1892 und 1895 abreißen, um an ihrer Stelle 1896 das Nationaldenkmal für seinen Großvater Wilhelm I. zu errichten. Eduard Gaertner gibt in seinem Gemälde nicht nur eine Ansicht Berliner Architektur wieder, sondern er gewährt zugleich Einsicht in das Leben der Bewohner.

Mit Blick über den Schleusenkanal der Spree zeigt der Maler die Rückseite der Schloßfreiheit in ihrer pittoresken unrepräsentativen Erscheinung: mit Wintergärten und Balkonen voller Blumentöpfe und aufgehängter Wäsche. Über der Idylle bürgerlichen Alltags erhebt sich eindrucksvoll die Pracht des Schlosses in Gestalt der von August Wilhelm Stüler über dem Eosanderportal neu errichteten Schlosskuppel. 

1993 erworben mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz von Christie, Manson & Woods Ltd., London