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Morris LouisMorris Louis

Beta Zeta, 1960/61Beta Zeta, 1960/61

Acryl auf Leinwand,
255 x 439 cm

© All Rights Reserved. Maryland College Institute of Art / VG Bild-Kunst, Bonn 2017

In nur wenigen Jahren hat der Sohn russisch-jüdischer Emigranten sein Hauptwerk geschaffen, obwohl er schon 1930 nach New York übergesiedelt war. Erst die Freundschaft mit Kenneth Noland 1952 bedeutete für ihn den Durchbruch zu der ihm eigenen Kunstform. Denn durch Norland und den Kritiker Charles Greenberg lernte er Helen Frankenthaler und deren mit stark verdünnten Ölen arbeitende Einfärbetechnik kennen.

In den Folgejahren bis zu seinem frühen Tod 1962 ist Louis in vier Werkphasen den unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten seiner über die Fläche gespannten Farblasuren nachgegangen.

Das Gemälde "Beta Zeta" - der Titel ist lediglich als neutrale Bezeichnung zu verstehen - vermittelt in seiner großzügig angelegten symmetrischen Komposition und der Sparsamkeit der Bildelemente eine sehr ausgewogene und dennoch spannungsreiche Dualität von Ruhe und Bewegung. Die seitlich einfließenden Farbstreifen versinnbildlichen den immerwährenden Rhythmus der Natur, der eingebettet ist in die Unendlichkeit des unbestimmbaren Raumes.

Wie gelöst entfalten sich die einzelnen Formbereiche aus einer gemeinsamen sensitiven Bindung heraus. Das Bild wirkt mit seinen wenigen Impulsen und seiner großen verschwebenden "Leere" wie eine Meditation, die das Sein als vorhandene und doch nicht greifbare Größe vor Augen führt.

Der Betrachter steht gleichsam in einer Farbschicht", konstatierte Direktor Dieter Honisch 1970, "so dass die Farbe von außen auf ihn eindringt." Die äußerst differenzierte Verbindung von Farbe, Form und Grund gehöre zu den intelligentesten Lösungen, welche die neue amerikanische Malerei hervorgebracht hat.

Fritz Jacobi