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Al HeldAl Held

The Big A, 1962The Big A, 1962

Acryl auf Leinwand
198 x 428 cm

© VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Al Held, im Paris der frühen 50er Jahre künstlerisch aufgewachsen, übersiedelte 1953 nach New York, um nach anfänglicher Beeinflussung durch die figurativen Expressionen de Koonings und Pollocks Action Painting 1959 mit seinen ersten Hard Edge-Abstraktionen zu beginnen.

Al Held entwickelte sein wandhohes Schrift-Bild aus dem Anfangsbuchstaben des Alphabets, das er in kategorischer Formgeste zu monumenthafter Größe aufrichtete: aller Anfang zu Neuem ist hier das „A“. Auf dem weißen Bildgrund der rechteckigen Leinwand ist das schwarze, kantige „A“ bis an die äußersten Bildkanten ausgespannt. Helds bildnerischer Lakonismus gibt diesem Buchstaben signalhafte Zeichenhaftigkeit und die Unausweichlichkeit des kategorischen lmperativs „Hier stehe ich, ich kann nicht anders!“, an der es kein Anecken und Vorbeikommen gibt.

Mit den punktuellen Einschlüssen von signalhaftem Blau-Gelb und tiefem Rotbraun in der alles beherrschenden Schwarz-Weiß-Konstellation wird die strenge Flächenbezogenheit des Bildes aufgebrochen und in die Vorstellung dreidimensionaler Räumlichkeit geführt. Rechts der bizarre figurale Umriss des Buchstabens in Schwarz und links die leere, leicht schräge Fläche in blendendem Weiß. Die Kontradiktionen sind auf der riesigen Fläche klar und entschieden aufeinander bezogen: die Silhouette auf den Grund, Schwarz gegen Weiß, Expressivität versus Ruhe und der noppige Farbauftrag gegen die glatt ausgezogenen Partien der Malfläche.

Der Buchstabe „A“ ist so nicht als ein verbales „Verkehrszeichen“, sondern als unverrückbare Form-Tatsache, mit einer deutlichen Tendenz zur Geometrisierung, ins Werk gesetzt. Big A kam als wichtiges frühes Bild 1980 in die im Aufbau befindliche Sammlung Colorfield- und Hard Edge-Malerei der Nationalgalerie, in seiner entschiedenen bildnerischen „Setzung“ stellt es eine unübersehbare Dominante im Dialog mit den großen Bildern Who's Afraid of Red, Yellow and Blue IV von Barnett Newman, Frank Stellas Sanbornville I, 1966, und Beta Zeta von Morris Louis dar.

„Der Verein hat nicht nur mit Serra und Newman geholfen, den neben Amsterdam, Basel und Köln wohl besten Bestand an amerikanischer Kunst zusammenzutragen, sondern erwarb auch Big A (1962) von Al Held, das einen weiteren wichtigen Akzent setzte.“ (Dieter Honisch)

Roland März