Mit einem Preisgeld von 50.000 € ist der vom Verein der Freunde der Nationalgalerie ausgelobte Preis der Nationalgalerie für junge Kunst einer der höchst dotierten Preise für Gegenwartskunst in Deutschland. Denn das war den Ideenspendern bewusst: Um die Kunst der Gegenwart, den Hamburger Bahnhof und den Verein öffentlichkeitswirksam zu machen, musste er vergleichbar hoch wie der Turner-Preis der Londoner Tate dotiert werden.
Der Verein reagierte mit der Ausschreibung dieses Preises nicht zuletzt darauf, dass sich in den vergangenen Jahren eine neue, eine junge Kunst- und Kulturszene in Berlin entwickelt hat. Junge Künstler aus der ganzen Welt kommen in die Kulturmetropole an die Spree. Viele lassen sich hier nieder, weil sie sich von der schöpferischen Atmosphäre der Stadt beflügelt und inspiriert fühlen.
Dem Verein der Freunde der Nationalgalerie eröffnete sich damit ein neues Wirkungsfeld. Es war der von Köln nach Berlin gezogene Sammler Rolf Hoffmann, der als Kuratoriumsmitglied den Verein nicht allein mit seiner Begeisterung für neue Kunst "ansteckte". Als Unternehmer hatte er zugleich die Kultur als Wirtschaftsfaktor für die Stadt im Auge, "denn die Kultur ist einer der wenigen Standortvorteile Berlins gegenüber anderen deutschen Städten".
Der erste Preis wurde im Frühjahr 2000 ausgelobt, 2009 wird er zum fünften Mal verliehen.
Gefördert werden sollen Künstlerinnen und Künstler im Alter unter 40 Jahren, die in Deutschland leben und arbeiten – gleich welcher Nationalität. Gedacht ist er nicht als Nachwuchsförderung. Ausgewählt werden Künstler, die bereits ein Werk als Beurteilungsbasis vorlegen können.
Vorschläge können von den Mitgliedern des Vereins der Freunde der Nationalgalerie eingereicht werden. Außerdem holt der Vorstand Vorschläge von rund 30 Museumsdirektoren und Kunstvereinen ein.
Aus diesen Vorschlägen (long list) wählt – seit dem 2001 ausgelobten zweiten Kunstpreis – eine vom Verein benannte Jury vier Kandidaten aus (short list), die im Rahmen einer Ausstellung ihre Arbeiten im Hamburger Bahnhof präsentieren. Eine davon unabhängige Jury, benannt von der Nationalgalerie, entscheidet über den oder die Preisträger/in.
Im Jahr 2007 fand der "Preis der Nationalgalerie für junge Kunst" zum vierten Mal im Hamburger Bahnhof statt.
Gefördert durch
Website zum Preis für Junge Kunst 2007Website zum Preis für Junge Kunst 2009