Barnett Newman
(c) VG Bild-Kunst, Bonn 2003
Who's Afraid of Red, Yellow and Blue IV, 1969-70
Acryl auf Leinwand, 274,3 x 604,5 cm

1905 New York - 1970 New York

1982 erworben mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz von der Witwe des Künstlers, Annalee Newman, New York

Im kunsttheoretischen Dialog mit Mondrian und in der Auseinandersetzung mit dem "Tragischen" (Gottlieb, Rothko) und der Aktionsmalerei (Pollock) in der zeitgenössischen amerikanischen Kunst entstanden 1966 die I. Fassung, 1967 die II. Fassung, 1966/67 die III. Fassung und 1969/70 die IV. und letzte Fassung der Bildfolge "Wer hat Angst vor Rot, Gelb und Blau", die Barnett Newman vor seinem Tod 1970 vollendete.
Barnett Newmans "Who's Afraid of Red, Yellow and Blue IV" konnte 1982 durch das außerordentliche Engagement von Direktor Dieter Honisch mit Unterstützung des Vereins der Freunde der Nationalgalerie aus dem Nachlass des Künstlers erworben werden. Die von vielen Seiten heftig umstrittene Erwerbung erfolgte unter massiven Protesten in der Öffentlichkeit, die Boulevardpresse diffamierte Newmans Malerei als Werk "eines Anstreicherlehrlings". Auch vor Morddrohungen gegenüber Dieter Honisch schreckte man nicht zurück.
In einer Ausstellungs-Hommage für Barnett Newman stifteten 1982 26 deutsche Künstler je eines ihrer Werke dem Verein der Freunde der Nationalgalerie.
Am 13. April 1982 wurde das Jahrhundertbild Newmans durch die Attacke eines manisch depressiven Veterinärmedizinstudenten aus dem Saarland schwer beschädigt. Erst im Januar 1985 konnte es nach hochsensibler, geglückter Restaurierung wieder im Mies-van-der-Rohe-Bau gehängt werden.
Seitdem ist Barnett Newmans "Who's Afraid of Red, Yellow and Blue IV" inmitten der wechselnden Präsentationen von American Colorfield in verschiedenen Räumen auch das unübertroffene Krönungsbild für die Ära Dieter Honisch in der Neuen Nationalgalerie geblieben.

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